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Thema: Texte lesen und verstehen, Informationen speichern


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Die Arbeit mit Texten gehört genauso zum Unterricht wie z.B. das Experimentieren oder das gemeinsame Gespräch über Sachverhalte. Es gibt einige Tricks, wie man einen Text relativ schnell erfasst und seine wesentlichen Aussagen behält.
Wenn du zum ersten Mal nach den folgenden Anweisungen arbeitest, wird dir das vielleicht nicht angenehm vorkommen. Aber nach mehrfachem Üben dieser Schritte wirst du sehen, dass es dir viel leichter fällt, mit Texten zu arbeiten.

Das bedeutet, dass unser Gehirn sehr speziell trainiert werden kann und dann unsere Arbeit erleichtert – aber es braucht seine Zeit!
Lese_Pinguin
  1. Schritt: Überblick gewinnen
    Zunächst überfliegst du den Text möglichst zügig. Worum geht es eigentlich? Versuche Sinnabschnitte* im Text zu erkennen. Markiere Anfang und Ende der einzelnen Abschnitte mit einem Bleistift. Auf diese Art und Weise erhältst du einen Gesamtüberblick über den dargestellten Sachverhalt. Wenn du nicht alle Abschnitte sofort erkennst, ist das nicht schlimm!
    *Teile eines Textes, die inhaltlich zusammengehören, z.B. Einleitung, Problemstellung, Erklärung eines Sachverhaltes, Erläuterung zu einer Abbildung, Zusammenfassung.
Dein Gehirn beginnt – ohne dass du es merkst -, bereits Bekanntes mit den neuen Sachverhalten zu verknüpfen bzw. Fragen zu entwerfen.
  1. Schritt: Wichtige Information markieren
    Lies die einzelnen Textabschnitte und markiere zentrale Begriffe – sogenannte „Schlüsselwörter“ – mit einem Textmarker. Dabei kann es sich um vermeintlich wichtige oder unbekannte Begriffe handeln (es können unterschiedliche Farben benutzt werden).  Achte dabei darauf, dass nur einzelne Wörter markiert werden. Nur in Ausnahmefällen – Besonderheiten, Beschreibung von Vorgängen – sollte mehr als ein Wort markiert werden.
Markierte Wörter werden von deinem Auge bzw. Gehirn schneller gesehen, erleichtern damit nicht nur das Wiederfinden, sondern auch das spätere Behalten von Inhalten und Erkennen von Zusammenhängen.
  1. Schritt: Unbekanntes klären
    Kläre unbekannte Begriffe mithilfe eines Buches, durch die Suche im Internet oder lasse sie dir von einer anderen Person erklären.
    Hinweis: Schritt 3 kann auch in Zusammenhang mit Schritt 2 – Markierung unbekannter Begriff – erledigt werden.
Das Gehirn wird damit in die Lage versetzt, neue Inhalte besser speichern zu können bzw. mit bereits vorhandenen Informationen zu verknüpfen und erste Zusammenhänge herzustellen.
  1. Schritt: Eigene Strukturierung
    Fasse die Aussagen der einzelnen markierten Abschnitte in eigenen Worten zusammen. Dieses kann durchaus im „Geiste“ passieren, besser ist es jedoch, wichtige Aussagen kurz schriftlich festzuhalten (kurze Sätze oder Stichworte).
Dein Gehirn hat – ohne dass du es gemerkt hast – viele neue Informationen aufgenommen und verarbeitet. Durch die Schritte 1-3 wird ein Verstehen des Textes möglich. Hier erfolgt eine erste Überprüfung, inwieweit dein Vorgehen erfolgreich war.
Es ist nicht schlimm, wenn du jetzt feststellst, dass hier und da noch etwas nachgebessert werden muss, d.h. vielleicht einer der im Text vorkommenden Fachbegriffe noch besser geklärt werden muss
  1. Schritt: Festigung
    Gib den Inhalt des gesamten Textes nochmals in eigenen Worten – mit Unterstützung eventuell selbst angefertigter schriftlicher Unterlagen – wieder.
    Wenn möglich, erzähle den Inhalt – unter Verwendung von wichtigen Begriffen und Darstellung von Zusammenhängen – einer anderen Person, am besten einem anderen / einer anderen Schüler/in.
Dein Gehirn wird dich belohnen, indem es einzelne Informationen und Zusammenhänge dauerhaft in deinem Gehirn speichert, ohne dass du es als Arbeit empfindest.
Aber auch jetzt noch festgestellte Fehler oder Ungenauigkeiten können korrigiert werden!

Hier das Gesagte nochmals in Kurzform als Merkzettel:

AW 1 Fließdiagramm_kurz


IconAufgabe Das folgende Textbeispiel ist eine von vielen Möglichkeiten, diese Art der Textbearbeitung zu üben.
Gehe schrittweise nach den Angaben des Merkzettels vor.

 

Nahrungskette und Nahrungsnetz

Eine Nahrungskette stellt die energetischen und stofflichen Beziehungen zwischen verschiedenen Arten von Lebewesen dar. Dabei ist jede Art Nahrungsgrundlage einer anderen Art, ausgenommen die Art am Ende der Nahrungskette. Man spricht auch von trophischen Beziehungen bzw. Stufen (abgeleitet von griechisch trophein „sich ernähren“). Am Beginn von Nahrungsketten stehen Vertreter der Produzenten (vor allem Pflanzen), dann folgen in der Regel eine oder mehrere trophische Stufen mit Konsumenten. 
Nahrungsketten werden in der Ökologie untersucht, um z.B. festzustellen, ob ein Ökosystem intakt oder gestört ist. Das betrifft nicht nur das Vorhandensein entsprechender Organismen in den Trophiestufen, sondern auch das Vorkommen bzw. die Anreicherung von Giftstoffen in der Nahrungskette.
Sofern Organismen nicht von anderen Organismen gefressen werden, sind sie nach ihrem Tod Nahrungsgrundlage für die Destruenten. 

Abb AW 1-1 Schematisches Nahrungsnetz in einem europäischen See (ohne Destruenten)

Abb. AW_1-1 Schematisches Nahrungsnetz in einem europäischen See (ohne Destruenten)

Eine Nahrungskette in einem Ökosystem ist in der Regel eine gedankliche Abstraktion, weil sich Arten von mehreren anderen Arten ernähren können und sie auch selbst von verschiedenen Arten gefressen werden können. Nahrungsketten sind deshalb in der Regel verzweigt, man spricht vom Nahrungsnetz.Die Untersuchung von Nahrungsnetzen realer Ökosysteme ist wegen deren extremer Komplexität ein schwieriges Problem der Ökologie. Zudem sind alle Populationen im Ökosystem natürlicherweise ständigen Schwankungen hinsichtlich ihrer Größe unterworfen, die sich im Nahrungsnetz direkt oder indirekt auswirken. 
Die trophischen Beziehungen in Nahrungsketten bzw. -netzen bewirken Stoff- und Energieumsätze, die letztlich auf dem Aufbau organischer Substanz (Biomasse) durch die Produzenten beruhen. Da die Konsumenten mit der aufgenommenen Nahrung auch die Energie erhalten, die ihren Stoffwechsel aufrechterhält, geht dem System von Trophiestufe zu Trophiestufe der Nahrungskette ein Teil der nutzbaren Energie in Form von Wärme oder energiearmen Abfallprodukten verloren. 

verändert nach: https://de.wikipedia.org/wiki/Nahrungskette

mögliche Lösung (Unterteilungen:  / Markierungen: Schlüsselwörter – gelb / unbekannte Begriffe – grün):

Anmerkung: Die Markierungen können je nach Vorkenntnissen unterschiedlich sein!
Nahrungskette und Nahrungsnetz

Eine Nahrungskette stellt die energetischen und stofflichen Beziehungen zwischen verschiedenen Arten von Lebewesen dar. Dabei ist jede Art Nahrungsgrundlage einer anderen Art, ausgenommen die Art am Ende der Nahrungskette. Man spricht auch von trophischen Beziehungen bzw. Stufen (abgeleitet von griechisch trophein „sich ernähren“). Am Beginn von Nahrungsketten stehen Vertreter der Produzenten (vor allem Pflanzen), dann folgen in der Regel eine oder mehrere trophische Stufen mit Konsumenten. 
Nahrungsketten werden in der Ökologie untersucht, um z.B. festzustellen, ob ein Ökosystem intakt oder gestört ist. Das betrifft nicht nur das Vorhandensein entsprechender Organismen in den Trophiestufen, sondern auch das Vorkommen bzw. die Anreicherung von Giftstoffen in der Nahrungskette.
Sofern Organismen nicht von anderen Organismen gefressen werden, sind sie nach ihrem Tod Nahrungsgrundlage für die Destruenten. 

Abb AW 1-1 Schematisches Nahrungsnetz in einem europäischen See (ohne Destruenten)

Abb AW_1-1 Schematisches Nahrungsnetz in einem europäischen See (ohne Destruenten)

Eine Nahrungskette in einem Ökosystem ist in der Regel eine gedankliche Abstraktion, weil sich Arten von mehreren anderen Arten ernähren können und sie auch selbst von verschiedenen Arten gefressen werden können. Nahrungsketten sind deshalb in der Regel verzweigt, man spricht vom Nahrungsnetz.Die Untersuchung von Nahrungsnetzen realer Ökosysteme ist wegen deren extremer Komplexität ein schwieriges Problem der Ökologie. Zudem sind alle Populationen im Ökosystem natürlicherweise ständigen Schwankungen hinsichtlich ihrer Größe unterworfen, die sich im Nahrungsnetz direkt oder indirekt auswirken. 
Die trophischen Beziehungen in Nahrungsketten bzw. -netzen bewirken Stoff- und Energieumsätze, die letztlich auf dem Aufbau organischer Substanz (Biomasse) durch die Produzenten beruhen. Da die Konsumenten mit der aufgenommenen Nahrung auch die Energie erhalten, die ihren Stoffwechsel aufrechterhält, geht dem System von Trophiestufe zu Trophiestufe der Nahrungskette ein Teil der nutzbaren Energie in Form von Wärme oder energiearmen Abfallprodukten verloren. 

verändert nach: https://de.wikipedia.org/wiki/Nahrungskette

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