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Thema: Fettgewebe – überhaupt nicht überflüssig!


zurück zur Übersicht: Arbeitsblätter (AB) Kapitel 2

Der Körper besteht aus sehr vielen unterschiedlichen Zellen. Verschiedene Gruppen dieser Zellen ähneln sich bezüglich ihres Aufbaus und ihrer Funktion. Die jeweils im Verband zusammengeschlossenen ähnlichen Zellen nennt man „(Zell)-Gewebe“. Ein Gewebetyp ist das „Fettgewebe“, das sich in zwei Untertypen, das „weiße Fettgewebe“ und das „braune Fettgewebe“, unterteilen lässt.

AB 8_2.2-1 weißesFettgewebe

Abb. AB 8_2.2-1 weißes Fettgewebe

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Abb. AB 8_2.2-2 braunes Fettgewebe

Die Fettzellen (= Adipozit, lat.: adeps, „Fett“) des weißen Fettgewebes sind gefüllt mit großen Fetttropfen. Sie sind ein Fettspeicher, der sich bei überschüssiger Nahrungszufuhr – vor allem von Kohlenhydraten* und Fetten – auffüllt.
(*Umwandlung von Kohlenhydraten in Fette siehe Kap. 5.1)

Ganz anders die Zellen des braunen Fettgewebes, die kleiner sind und eine geringere Fettmenge enthalten als die weißen Fettzellen. In ihrer Umgebung finden sich deutlich mehr Blutgefäße als im weißen Fettgewebe. Sie sind gewissermaßen die „Heizkraftwerke“ des Körpers, dienen also zur Erhaltung der Körpertemperatur. Beide Zelltypen entstehen aus den gleichen Vorläuferzellen und wie man seit kurzem weiß, sind sie ineinander umwandelbar.

IconAufgabe

  1. Die folgende Abbildung zeigt die hauptsächliche Verbreitung des weißen Fettgewebes im menschlichen Körper.
    Beschreibe die Verteilung und erkläre das Vorkommen in Zusammenhang mit den Funktionen von Fett (siehe Kap. 2.2 „Abb. L_2.2-2 Aufgaben der Fette im menschlichen Körper„).
  1. Erwachsene besitzen relativ wenig braunes Fettgewebe im Unterschied zum Säugling, bei dem dieses Fettgewebe einen Anteil von mehr als 5% des Körpergewichtes ausmacht. Dieses Phänomen ist übrigens typisch für alle neugeborenen Säugtiere – allerdings nicht so ausgeprägt bei sogenannten „Nestflüchtern“.
    Begründe diese Unterschiede bzw. dieses Phänomen.
  1. Informiere dich über die Funktion
  • des beim Igel vermehrt auftretenden braunen Fettgewebes und
  • über eine weitverbreitete Meinung bezüglich der Funktion des Höckers bei Kameltieren als Wasserspeicher.
  1. Forscher machten folgende Versuch (siehe Kasten):
  1. Formuliere ein Ergebnis bzw. eine Schlussfolgerung.
  2. Die Forscher hoffen aufgrund dieser Ergebnisse, Möglichkeiten zu entwickeln, um beim Menschen Einfluss auf eine übermäßige Ansammlung von weißem Fettgewebe nehmen zu können. Begründe, warum dieser Ansatz aufgrund des Versuches richtig sein könnte.
    Hinweis: Die Forscher denken übrigens nicht daran, Menschen in die Kälte zu schicken! Es geht hier nur um grundsätzliche Überlegungen!

 

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Abb. AB 8_2.2-3
Vorkommen: weißes (gelb) und braunes (rot) Fettgewebe

Mäuse-Fettzellen wurden gentechnisch folgendermaßen markiert:

Braune Fettzellen wurden dauerhaft mit einem roten Farbstoff markiert. Außerdem stellten diese Fettzellen der Mäuse immer dann einen grünen Farbstoff her, wenn bei ihnen das genetische Programm „Heizkraftwerk“ aktiviert war.

Unter einem speziellen Mikroskop dienten diese Farben den Forschern als „Namensschilder“ der Zellen: Aktive braune Fettzellen leuchteten sowohl rot als auch grün. Zellen, die früher braun gewesen waren, jedoch die Fähigkeit verloren hatten, Wärme zu produzieren, leuchteten nur rot.

Dann hielten die Forscher die Mäuse in einem Wechselklima: zunächst für eine Woche bei winterlichen Temperaturen (8°C), anschließend für mehrere Wochen bei Raumtemperatur.

In der Kälte bildeten die Mäuse braune Fettzellen in ihrem weißen Fettgewebe – das Gewebe wurde braun. In der anschließenden Wärmeperiode wurde das Gewebe wieder weiß.

Unter dem speziellen Mikroskop zeigte sich jedoch, dass viele weiße Fettzellen rot leuchteten, es sich dabei also um verwandelte braune Fettzellen handelte. Als die Forscher die Mäuse anschließend erneut unter winterlichen Bedingungen hielten, leuchteten diese Zellen auch grün – sie hatten sich wieder in braune Zellen umgewandelt.

vereinfacht nach: http://www.ethlife.ethz.ch/archive_articles/130429_fettzellen_fb

 

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