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Thema: Sojabohnenanbau – in dieser Menge notwendig oder überflüssig?


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Die Sojabohne

Die Sojapflanze (Glycine max / eng.: Soy- oder Sojabean) gehört zur Pflanzenfamilie der „Hülsenfrüchtler (= Leguminosen)“, wie auch alle anderen Bohnenarten sowie Erbsen, Lupinen oder Klee. Ihre Blüten werden aufgrund ihrer besonderen Form als „Schmetterlingsblüten“ bezeichnet. Sie ist eine krautige Pflanze, die im Boden Pfahlwurzeln ausbildet, in denen sich Knöllchenbakterien ansiedeln und in Symbiose mit der Pflanze leben.

Symbiose (griech.: sym „zusammen“ / bios „Leben“; eng.: symbiosis)
Unter einer Symbiose versteht man das Zusammenleben zweier Arten – der beiden Symbionten – zum gegenseitigen Vorteil.
Im Fall der Leguminosen wandeln die Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft um, sodass er für die Pflanze als Nährsalz verfügbar ist. Die Pflanze wird somit vom Stickstoffgehalt im Boden unabhängig. Im Gegenzug versorgt die Pflanze diese Bakterien mit Wasser und Nährstoffen.

Wie der Name „Hülsenfrüchtler“ andeutet, liegen die heranwachsenden Früchte, die Bohnen, in einer relativ festen länglichen Hülle, der sogenannten Hülse.
Sie enthalten etwa 24% Fett, vor allem Linol- und Ölsäure. In der Zusammensetzung weist Sojaöl etwa 14% gesättigte, etwa 24% einfach ungesättigte und etwa 62% mehrfach ungesättigte Fettsäuren auf. Die Sojabohne hat – je nach Verarbeitungszustand – einen Eiweißgehalt von 12 bis 38%. Das Besondere des Soja-Eiweißes besteht darin, dass dessen Aufbau tierischen Eiweißen in großen Teilen ähnelt. Seine Produkte werden deshalb auch als „Fleischersatz“ bezeichnet (siehe AB 5_2.3Fleischersatz – sieben Beispiele“ / AB 7_2.3 „Nur Gemüse und Obst – Proteinversorgung ausreichend?“ / AB 8_2.3 „Biologische Wertigkeit von Proteinen – ein Qualitätsmerkmal?“).
Wie alle Hülsenfrüchte enthält auch die Sojabohne eine Reihe unverträglicher Inhaltsstoffe, die erst durch die Verarbeitung der rohen Bohne zerstört werden!
Selbst als Tiermastfutter, können Sojabohnen nur nach spezieller Aufarbeitung – Herstellung des sogenannten „Sojaschrots“ – eingesetzt werden.

AB 7_2.2-1 Soja_Bluete

Abb. AB 7_2.2-1 Sojabohnenblüte

AB 7_2.2-3 Knoellchen_flickr

Abb. AB 7_2.2-2 Sojapflanze / Pfahlwurzel / Knöllchenbildung

AB 7_2.2-3 Sojafrucht

Abb. AB 7_2.2-3 Sojabohnenfrucht

Nutzung der Sojabohne

Die Wildform der Sojapflanze wurde vermutlich schon vor mehr als 7.000 Jahren als Nahrungsmittel in Asien genutzt. Die Zuchtform, ausgestattet mit größeren Bohnen, gibt es seit etwa 3.000 Jahren. In der Vergangenheit hatte Soja auch in asiatischen Kulturen für die Ernährung keine überragende Bedeutung.
In den USA gelang es durch Neuzüchtungen im 20.Jh., den Öl- und Eiweißgehalt wesentlich zu steigern. Dadurch gewannen die Sojabohnen, an Bedeutung. Die größten Produzenten und damit auch Exporteure von Soja sind die USA, Brasilien und Argentinien. Weltweit wurden 2014/15 über 300 Millionen Tonnen Sojabohnen geerntet. Soja ist global betrachtet die wichtigste Ölsaat. Der weitaus größte Importeur von Sojabohnen ist China, dann folgen mit deutlichem Abstand die EU und Japan.
Eine große Bedeutung für die immer noch wachsende Nachfrage nach Soja hat die Fleischproduktion, da die Sojabohnen zu einem großen Teil – manche Quellen sagen bis zu 80% – als Viehfutter genutzt werden. Dazu werden die Sojabohnen zerkleinert und durch Pressung entfettet (= Sojaextraktionsschrot).
Aber auch die Verwertung von Sojaöl zu Biotreibstoff führt dazu, dass sich die Anbauflächen zunehmend vergrößern. Dieses führt – ebenso wie beim Palmöl – vor allem in tropischen Ländern verstärkt zu Problemen .

AB 7_2.2-4 Landkultivierung_Soja_Bolivien

Abb. AB 7_2.2-4 Landkultivierung für Sojabohnenanbau in Bolivien

AB 7_2.2-5 Sojafelder_Basilien

Abb. AB 7_2.2-5 Sojafelder in Brasilien

Wie bei vielen Nutzpflanzen werden auch bei der Sojapflanze zunehmend gentechnische Maßnahmen eingesetzt, um bei ihr eine Herbizidresistenz zu erreichen und/oder die Fettsäurezusammensetzung bzw. ihren Eiweißgehalt zu verändern. 2014 wurden weltweit – vor allem in den USA und Kanada – auf ca. 181 Millionen Hektar gentechnisch veränderte Sojapflanzen angebaut. Ihr Anbau ist in Europa noch verboten, allerdings dürfen sie als Futtermittel importiert werden.

Herbizide (lat.: herba „Kraut“ / lat.: caedere „töten“) / Resistenz (lat.: resistere „sich widersetzen“)
Bei herbizidresistenten Pflanzen handelt es sich in der Regel um Nutzpflanzen, die nach den „Einbau eines Gens“ in ihr Erbmaterial widerstandfähig gegen eingesetzte Herbizide sind. Sie selbst werden also beim Einsatz von Herbiziden im Gegensatz zu anderen unerwünschten Pflanzen – meistens sogenannte „Unkräuter“ – nicht vernichtet.

IconAufgabe
  1. Beschreibe die folgenden Diagramme und nenne die damit verbundenen Aussagen. Verknüpfe diese mit den anschließend zu bearbeitenden Aufgaben.
AB 7_2.2-6 Sojaanbau_ego_ab

Abb. AB 7_2.2-6 Daten zum Sojabohnenanbau
Datenquelle: USDA

Hinweis: Falls du zur Arbeit mit dem Diagramm Hilfe benötigst, siehe AW 5Diagramm lesen und verstehen“.

  1. Nenne die beiden entscheidenden Bedingungen für die Zunahme der Sojabohnenproduktion.
  1. Informiere dich u.a. mit Hilfe der unten stehenden Links genauer über die
  1. ökologischen Folgen der Rodung von Wäldern für den Sojabohnenanbau;
  2. Probleme, die der großflächige Anbau von Sojabohnen für ehemalige Kleinbauern mit sich bringen kann;
  3. Nutzung von Soja in der Lebensmittelherstellung.
  1. Informiere dich über folgende Begriffe und wende sie auf den Anbau der Sojapflanze an:
  • Nachhaltigkeit / nachhaltiger Anbau
  • Soja-Zertifizierung
  • Ökologischer / biologischer Anbau
  1. Diskutiere, ob man als Einzelner Einfluss auf die negativen Folgen des Sojabohnenanbaus nehmen kann.
IconLink http://www.faszination-regenwald.de/info-center/zerstoerung/soja.htm  (Zugriff: 2015-12-14)
http://www.zeit.de/2011/51/Soja   (Zugriff: 2015-12-14)
http://www.wwf.de/soja/  (Zugriff: 2015-12-14)
http://www.transgen.de/lebensmittel/einkauf/1095.doku.html  (Zugriff: 2015-12-14)
https://www.sojafoerderring.de/  (Zugriff: 2015-12-15)
http://www.proplanta.de/Agrar-News/Sojaanbau-Deutschland  (Zugriff: 2015-12-14)
http://www.transgen.de/datenbank/pflanzen/67.sojabohne.html  (Zugriff: 2015-12-15)
http://www.wwf.de/genmanipuliertes-soja/  (Zugriff: 2015-12-14)
http://www.agrarheute.com/suche=Sojaanbau_artikel_online (Zugriff: 2015-12-14)
https://www.sojafoerderring.de/aktuell/newsletter/bio-soja-info-bayern/  (Zugriff: 2015-12-15)
http://www.weltagrarbericht.de/agrarsprit-und-bioenergie.html  (Zugriff: 2015-12-14)
Icon_Film https://www.youtube.com/zdf/gutes-soja-schlechtes-soja  (Zugriff: 2015-12-20)

 

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